Die Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Die Schaubühne am Lehniner Platz ist ein berühmtes Theater im Berliner Stadtteil Wilmersdorf am Kurfürstendamm. Es ist eine Konversion des Universum-Kinos, das 1928 nach Plänen von Erich Mendelsohn gebaut wurde.

Ein wenig Geschichte

Das Kino war damals das Herzstück des WOGA-Wohnkomplexes, der von Mendelsohn in einem Ensemble für die städtebauliche Entwicklung der Neuen Sachlichkeit entworfen wurde, mit einem Einkaufszentrum, Wohnblocks, Rasenflächen und einem Tennisplatz im Hintergrund. Es war möglicherweise das erste modernistische Kino, das in der Welt gebaut wurde, im Gegensatz zu den maurischen, ägyptischen und barocken Stilen, die vorherrschten. Mendelsohn schrieb einen kurzen Text über sein Kino und erklärte ”keine barocken Paläste für Buster Keaton”. Das Kino hatte dann in den 1930er Jahren einen großen Einfluss auf das moderne Kino Design.
Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es wieder aufgebaut und das Kino wurde ab 1969 als Tanzsaal und für Musiktheater wiedereröffnet. Die heutige Nutzung als lyrisches Stiltheater geht auf das Ende der 1970er Jahre zurück, als die Schaubühne mit Peter Stein, ehemals am Halleschen Ufer in Kreuzberg, nach einem neuen Ort suchte. Von 1978 bis 1981 wurden die Innenräume komplett verändert. Es wurde ein Theatersaal geschaffen, mit verstellbaren Räumen und ohne Trennung zwischen dem Publikum und den Darstellern.

Das ehemalige Schaubühnen-Ensemble

Das Schaubühne-Ensemble selbst wurde 1962 gegründet und 1970 wurde es zur Domäne von Peter Stein. Stein hatte in München einen Theaterskandal ausgelöst, wo er Peter Weiss‘ „Viet Nam Diskurs“ inszeniert hatte, und unter den Theaterbesuchern Geld gesammelt hatte, um den Viet Cong zu unterstützen. Stark beeinflusst von den Protesten von 1968 und der deutschen Studentenbewegung, erntete seine erste Produktion von Brechts „Die Mutter“ – mit Therese Giehse – sofort heftige Proteste von konservativen Westberliner Politikern, die von ”kommunistischer Agitation” sprachen. Im nächsten Jahr erhielt das Ensemble den Deutschen Kritikerpreis für die Aufführung von Ibsens „Peer Gynt“. In den folgenden Jahren wurde die Schaubühne unter der Regie von Stein und seinem dramaturgischen Assistenten Botho Strauß zu einer der führenden Theaterbühnen in Deutschland.

Auf Touren

Unter der Leitung von Ostermeier und Intendant Tobias Veit touren die Schaubühne-Produktionen international sehr intensiv.
Vor allem die australische Bevölkerung hat viele Schaubühne – Produktionen seit 2006 gesehen. Das Meisterwerk „Hamlet“ tourte zu dem Sydney Festival im Jahre 2010 (unter der künstlerischen Leitung von Lindy Hume), „Trust“ tourte in 2011 zu dem International Arts Festival in Perth (unter der künstlerischen Leitung von Shelagh Magazda) und die Schaubühne am Lehniner Platz machte ein Australisches Debüt mit „Nora“ beim Adelaide Festival im Jahre 2006, gefolgt von „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ beim Adelaide Festival in 2008 (beide unter der künstlerischen Leitung von Brett Sheehy).

„Hedda Gabler“ von der Schaubühne inzseniert, besuchte 2011 das Melbourne Festival in Australien, und „Ein Feind des Volkes“ tourte zum Melbourne Festival im Jahre 2012 (wiederum unter der künstlerischen Leitung von Brett Sheehy).
Alle Produktionen, die nach Australien reisten, wurden von Ostermeier geleitet, mit Ausnahme von „Trust“, das von Falk Richter und Anouk van Dijk geleitet wurde.